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Unterwegs im nächtlichen Moskau....

Wieder einmal steigen wir in Lenas Fiat. Ich stell fest, dass es für mich nun schon eine schöne Gewohnheit ist. Es gibt Situationen die lernt man erst richtig genießen, wenn man sie bewusst mehrere Male erlebt hat. Bevor Lena los fährt, streichel ich über ihren Arm. Sie hält kurz inne und schaut mich an. Sie lächelt. "Warte mal ganz kurz" sag ich zu ihr. Ich hab in diesem Moment das Bedürfniss sie anzuschauen. Sie sieht süß aus. Mit ihrer roten Mütze aus deren Rand ihre blonden Haare rutschen. Ich streichel sanft über genau diese Haarsträhne. Sie hat die Haare wieder länger,wie früher. Dann seh ich ihre blauen Augen die das Licht der Laterne wiederspiegeln unter der wir parken. Ich streichel ihre Wangen und zieh sie zu mir ran um ihr einen Kuss zu geben. Es fühlt sich so vertraut an, es schmeckt vertraut und es duftet vertraut. "Mit allen Sinnen geniessen"...dieser Satz bekommt eine ganz besondere Bedeutung. Lena schaut etwas skeptisch. Ich liebe diesen Blick. "Ist was besonderes an mir ?" fragt sie. "Du bist für mich immer wieder was Besonderes !" sag ich ihr...und auch wenn es klischeehaft klingt...ich mein es wirklich ernst in diesem Moment, weil ich mich so durch und durch geborgen fühle. Ja, auch Männer suchen Geborgenheit bei einer Frau...und, ich glaub das hat nichts mit Schwäche zu tun ,sondern einfach nur was mit einem Bedürfniss,das alle Menschen haben.
Wir fahren durch das nächtliche Moskau. Lena fährt ungewohnt entspannt und wir reden nicht viel. Ich geniesse einfach Lenas Gegenwart und sie belohnt es mit einem warmen Lächeln.
Mir fallen an den grösseren Plätzen die "Weihnachtsbäume" auf. Jolka...das russische Neujahrsfest. Es hat wenig mit Weihnachten zu tun, denn das orthodoxe Weihnachtsfest ist erst um den 6.1. herum. Wir stehen an einer Ampel und Lena lächelt zu mir rüber: "Wir sind übrigens allein...Nastja und Elena sind bei Verwandten" Ich sage: "Doch nicht etwas wegen meinem Besuch !" Lena lacht und zwinkert: "Ja und Nein...natürlich wollen sie , dass wir auch mal für uns sind..aber...hauptsächlich...." Weiter kommt sie nicht, denn es klopft wie wild an unsere Scheibe.Davor etliche Kinder die etwas rufen, was ich nicht verstehe. Sie schauen aggressiv und mit wütender Mine. Sie sehen verwahrlost aus und haben leere Augen. Ich schaue einem, ein blonder Junge von vielleicht 14 Jahren, direkt in die Augen und erschrecke vor dieser Leere. Er schaut wie ein Zombie.  Lena erschrickt ebenfalls, hupt wie wild zur Warnung, zischt einen Fluch und fährt erst langsam,dann, als die Kinder wegspringen, zügig an ..ignoriert die rote Ampel und fährt über die Kreuzung....Moskauer Strassenkinder....Lena sagt: "Wenn sie besonders zugedröhnt sind, töten sie für nur einen Rubel !"  Ich sehe , wie erschrocken sie ist. Grade eben haben wir das hässliche Gesicht dieser Stadt gesehen..die Schande. Es gibt unzählige dieser Kinder in Moskaus Strassen. Kaum jemand kümmert sich um sie..ein paar Hilfsorganisationen...die Kirche...aber ansonsten niemand.  
Lena greift in die Ablage neben sich und sucht ihre Kaugummis. Ich weiss, sie ist nun wirklich nervös.  Ich seh WIE erschrocken sie ist.  "Scheiss Gegend hier..ich glaub ich fahr lieber einen anderen Weg." Ich streichel sie. Sie bemüht sich um ein Lächeln,aber es fällt dürftig aus. Wir fahren durch das glänzende Moskau.Hell, leuchtend , prunkvoll und schön.  Lena gewinnt ihre Fassung wieder. und... ihr gelingt etwas, was sie immer schon gut konnte....sie knüpft an den Satz an, den sie vor der Episode mit den Strassenkindern gesagt hat: "...aber hauptsächlich wollen sie ihre Neujahrsbesuche absolvieren, weil wir ja zusammen feiern wollen." Sie lächelt wieder. "Aber ich freu mich darauf, mit dir die Wohnung bis morgen nachmittag allein zu haben ."
Als wir einparken fühl ich mich wieder einmal zu Hause. Als wir aussteigen atme ich die kalte Luft ein. Irgendwie kann ich trotzdem die Augen dieses Jungen nicht vergessen und stell mir vor, wo er nun sein mag...irgendwo in einem dreckigen Unterschlupf....  
Die kalte Luft riecht sauber aber dennoch nach Grossstadt. Sie riecht nach Moskau. Ich zerre meinen Koffer aus dem Kofferraum und freu mich da zu sein. Ich freu mich wieder bei Lena zu sein. Es wird, wie gesagt, langsam zur Gewohnheit und ich fühle mich vertraut.
5.2.08 21:32
 


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